Grundlegende Informationen zum Fach Religionslehre

Einleitung

Das Fach Religionslehre wird an der Annette-Schule konfessionell getrennt unterrichtet. Im Unterricht wird sich mit Grundfragen sowie Werten und Normen des menschlichen Lebens vor dem Hintergrund des christlichen Glaubens beschäftigt. Ziel des Religionsunterrichtes ist es, dass die Schülerinnen und Schüler lernen, sich als autonomes, religiös-reflektiertes Mitglied der Gesellschaft wahrzunehmen. Für besonders engagierte Schülerinnen und Schüler besteht außerdem die Möglichkeit, an der Gottesdienst-AG teilzunehmen.

Stundentafel - Religion (ER/KR)

 

 

Jahrgang

 

 

Klasse 5

 

Klasse 6

 

Klasse 7

 

Klasse 8

 

Klasse 9

 

Klasse 10

 

Wochenstunden

(Anzahl)

 

 

2

 

2

 

2

 

2

 

2

 

2

 

Themenüberblick

Klasse 5/6:  

  • Wir alle leben zusammen – Ich und die anderen
  • Jesus – Seine Zeit und Umwelt  
  • Die Bibel – Ein Buch mit Geschichte
  • Die abrahamitischen Religionen
  • In Gottes Schöpfung leben – Unsere Welt wahrnehmen und beschützen
  • Gottesbilder – Wir haben alle Bilder von Gott
  • Nimm dir mal Zeit – Beten
  • Gleichnisse – Jesus redet in Bildern von Gott
  • Miteinander Christ sein – Evangelisch-Katholisch

 

Klasse 7/8:

  • Ich und Du – Freundschaft
  • Reformation – Martin Luther
  • Boten Gottes – Propheten (Amos und Elija)
  • Gewissen
  • Das Judentum – Eine fremde und ausgestorbene Religion?
  • Jesu Traum von Reich Gottes
  • Islam – Muslime bei uns
  • …und er schuf den Menschen als Mann und Frau – Die Bewahrung des Schöpfungsauftrages
  • Mit Jesus Wege gehen – Passion und Ostern  
  • Paulus – Verkünder des Evangeliums

 

Klasse 9/10:

  • Arbeit, Freizeit, Lebensgestaltung
  • Juden, Christen – Und Deutsche?
  • Liebe, Freundschaft, Sexualität
  • Schöpfung und Verantwortung
  • Sterben, Tod – Auferstehung?
  • Zwischen Geburt und Wiedergeburt – Hinduismus und Buddhismus
  • Sehnsucht nach Sinn – Utopien
  • Selig sind...  – Vorurteile

Leistungsbewertung

Folgende Bereiche sind bei den Leistungsbewertungskriterien zu berücksichtigen:

Allgemeine Kriterien (mündlich und schriftlich)

  • Qualität der mündlichen und schriftlichen Beiträge

  • Quantität der mündlichen und schriftlichen Beiträge

  • Kontinuität der mündlichen und schriftlichen Beiträge

  • sachliche Richtigkeit

  • Komplexität/Grad der Abstraktion

  • Selbstständigkeit im Arbeitsprozess

  • Einhaltung gesetzter Fristen

  • Ordentlichkeit

  • Differenziertheit der Reflexion

 

Gruppenarbeitskriterien

  • Mögliche Formen: Referat, Präsentation, Vortrag

  • Einbringen in die Arbeit der Gruppe

  • Durchführung fachlicher Arbeitsanteile

  • Kooperation mit dem Lehrenden / Aufnahme von Beratung

 

Kriterien der Dokumentation

Mappe/ Portfolio:

  • Inhaltsverzeichnis/Seitenzahlen

  • Überschriften unterstrichen, Seitenrand, Datum

  • Sauberkeit/Ordnung

  • Vollständigkeit

  • Qualität der schriftlichen Arbeiten (Schul- und Hausaufgabenprodukte)

Außerschulische Lernorte

  • Besuch des Hindutempels in Hamm
  • Besuch christlicher Stätten

 

Religionsunterricht einmal anders: Besuch in Auschwitz-Birkenau

Klassenfahrt nach Auschwitz – gegen das Vergessen

 

Bereits im 8. Schuljahr äußerten die Schüler/innen des evangelischen Religionskurses den Wunsch, einmal das Konzentrationslager Auschwitz zu besuchen. Nach intensiver Behandlung des Themas im Unterricht, wurde der Wunsch im 10. Schuljahr dann in die Tat umgesetzt. So flogen 12 Schüler/innen, unsere Schulleiterin Frau Wiesemann und Frau Goratzka im Juni 2018 für vier Tage nach Krakau.

 

Der Besuch des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau war sehr beeindruckend und erschreckend zugleich. Trotz vieler Fotos und Dokumentationen, die man kennt, ist man dem Horror, der hier passierte, ja sprichwörtlich zum Greifen nahe und trotzdem nicht angemessen darauf vorbereitet. Umgeben von Stacheldrahtzäunen gingen wir durch das Eingangstor mit der berühmten Aufschrift Arbeit macht frei. Wir hatten eine geführte Tour gebucht. Die Führerin zeigte uns zuerst das ehemalige Arbeitslager mit den noch erhaltenen Häuserblocks. Hier sahen wir Fotos ehemaliger Zwangsarbeiter, Räume gefüllt mit Haaren, Schuhen und anderen Besitztümern der Ermordeten. Wir besuchten einen Gefängnisblock sowie eine erhaltene Gaskammer.

 

Mit einem Bus fuhren wir zu dem Gelände von Auschwitz-Birkenau, auf dem die mit Menschen vollgestopften Güterzüge damals anhielten. Wir gingen über die sogenannte „Rampe“. Von diesem Punkt aus wurden die Juden damals direkt nach ihrer Ankunft in zwei Lager verteilt: auf der einen Seite die Menschen, die noch arbeiten konnten, auf der anderen Seite diejenigen, die sofort getötet werden sollten. Blickt man von hier nach links oder rechts, kann man immer noch erahnen, wie riesig das gesamte Gelände gewesen sein muss. Wir gingen immer weiter geradeaus, bis wir zu den von den Nazis gesprengten Gaskammern kamen. Dieser Anblick machte uns sprachlos, traurig, nachdenklich und wütend. Zuletzt besichtigten wir ein Gebäude, das als Schlafstätte für die Arbeiter gedient hatte. Diese schliefen in drei Etagen übereinander, mit nur wenig Tageslicht und auch im Winter ohne Heizung.

Nachdem wir die letzten Fragen gestellt hatten, verabschiedeten wir uns von unserer Führerin und machten uns auf den etwa 90-minütigen Heimweg zurück nach Krakau, mit vielen Eindrücken, die es zu verarbeiten galt aber auch mit der Einsicht, diesen historisch wichtigen Ort gesehen zu haben und davon berichten zu können.

 

Am nächsten Tag nahmen wir an einer Führung in der ehemaligen Deutsche Emailwarenfabrik von Oskar Schindler in Krakau teil, die mittlerweile ein Museum ist. Wie in dem Film „Schindlers Liste“ portraitiert – den wir natürlich zur Vorbereitung gesehen haben – war dies der Ort, an dem Oskar Schindler 1200 Juden für sich hat arbeiten lassen und sie dadurch vor dem Tod in Auschwitz bewahrte. Am Eingang des Gebäudes hängen in den Fenstern die Fotos von den Geretteten; wer den Film gesehen hat, erkennt die Namen wieder. Die Ausstellung behandelte das Thema Krakau unter der Kontrolle der Nationalsozialisten und zeigte eindrücklich, wie es den Bewohnern, insbesondere den Juden in Krakau damals erging. Die Fotos und Filmausschnitte zeigten zum Teil grausame Szenen, z.B. Menschen, die von den Nazis mitten in der Stadt gehängt worden waren. Immer wieder konnte man Notizen, Briefe oder Tagebucheinträge von Menschen lesen, die damals im jüdischen Viertel wohnten, das dann zum Ghetto umfunktioniert wurde.

Anschließend gingen wir Richtung Innenstadt, da wir das Jüdische Viertel in Krakau erkunden wollten. Dabei gingen wir zu Fuß etwa die selbe Strecke, die damals die Schindlerjuden täglich gehen mussten: Vom Ghetto bis zur Schindlerfabrik und wieder zurück, wobei wir natürlich nur den Rückweg laufen mussten. Unterwegs sahen wir an verschiedenen Stellen von Künstlern entworfene Stühle stehen. Jeder Stuhl steht für tausend jüdische Bewohner Krakaus, die im 2. Weltkrieg getötet wurden.

Das Jüdische Viertel gibt es bereits seit dem späten Mittelalter. Auch wenn hier heutzutage kaum noch Juden leben, findet man doch an vielen Gebäuden noch die Spuren jüdischen Lebens und ihrer Kultur. Es gibt einige jüdische Restaurants, Bücherläden und andere Geschäfte aber auch einen Gedenkstein, der an das Leid der Juden erinnert. An manchen Stellen sieht man auch noch die Mauerreste, die damals das Ghetto umzäunten.

 

Am letzten Abend trafen wir uns im Gemeinschaftsraum unseres Hostels. Zwei Schülerinnen hielten Referate über Oskar Schindler und den Film „Schindlers Liste“. Wir reflektierten anschließend die vergangenen Tage und sprachen darüber, was uns gefallen, bzw. auch schockiert hat. Dabei wurde deutlich, dass die Schüler/innen es wichtig fanden, diese Fahrt gemacht zu haben, für sich selbst aber auch, um Anderen davon berichten zu können und zu warnen, dass so etwas nie wieder geschehen darf. Aus ihren Erzählungen konnte man entnehmen, wie gut sie sich die historischen Fakten und Zusammenhänge gemerkt haben. Frau Wiesemann als Geschichtslehrerin konnte den Jugendlichen aber auch noch weitergehende Fragen beantworten.  

 

Auch wenn diese Klassenfahrt nicht als Spaß- bzw. Abschlussfahrt gedacht war – dies war allen Teilnehmenden von Anfang an bewusst – hatten wir trotzdem nebenbei auch viel Spaß. Wir probierten die Rutschen im größten Wasserpark Polens aus, hatten ausgiebig Zeit zum Souvenirshopping in der wunderschönen Altstadt von Krakau, die Busfahrten waren Dank der Kommentare der Schüler/innen sehr amüsant und auch die Abende im Hostel waren kurzweilig und für viele Schüler/innen seeehr lang.

 

von L. Goratzka