Informationen zur Streitschlichtung

an der

Annette-von-Droste-Hülshoff-Realschule

Verbale, psychische und auch körperliche Gewalt gehören zum Alltag an vielen deutschen Schulen. Um diesem Phänomen entgegenzuwirken und eine Kultur kontrollierter Ausein­andersetzung und sozialen Miteinanders zu entwickeln, wurde das Konzept der Streit­schlichtung auch an der Annette-Schule ins Leben gerufen. 

Idee:

Schüler lösen Konflikte gewaltfrei und selbstverantwortlich.

 

Ausgangslage:

Aus Zeitnot werden viele Konflikte zwischen „Tür und Angel“ geregelt. Selten werden befriedigende Lösungen gefunden und häufig wird ein „Waffenstillstand“ oder eine Verlagerung des Konflikts erreicht.

 

Grundlage:

Neutrale Dritte helfen bei einer fried­lichen Lösung. Nach Vorgabe bestimmter Regeln durch die Streit­schlichter reden die beiden Kontrahenten miteinander, hören sich gegen­seitig zu und lernen so die Sicht­weise des anderen kennen. Die Streit­schlichtung erfolgt auf freiwilliger Basis. Die Lösung des Problems steht im Vordergrund, nicht die Bekämpfung einer Person. Die Kontrahenten können ihr Gesicht wahren und selbst Vereinbarungen treffen.

 

Ziel:

Am Ende des Konflikts sollen nicht Rache, Siegesgefühl und Schuld stehen. Es gibt keinen Gewinner und keinen Verlierer.

 

Anlässe:

Beschimpfungen, Rempeleien, Bedrohungen, Vordrängeln, Petzen, Auslachen, jemanden schlecht machen, Beschmutzung/Beschädigung von Sachen, Mobbing.

 

Grenzen:

Kriminelle Delikte, brutale Schlägereien.

 

Ausbildung und Tätigkeit als Streitschlichter:

Die Ausbildung erfolgt in zwei Blockseminaren im 8. Schuljahr. Die ausgebildeten Schüler sind dann im 9. und 10. Schuljahr als Streitschlichter in den Klassen 5, 6 und 7 tätig. 

Trainingsinhalte:

  • Erster Teil der Ausbildung:

Grundlegende Fähigkeiten, die jeder Schüler schon mehr oder weniger besitzt, werden verfeinert, bewusst gemacht und gezielt trainiert. ?  Verschiedene Kommunikationstechniken wie verbale und nonverbale Kommunikation werden vergegenwärtigt und geübt. ?  Die Wirkung von Ich- und Du-Botschaften wird den Schülern bewusst gemacht. Ihnen wird verdeutlicht, welche Möglichkeiten man, als „Sender“ und als „Empfänger“ einer Botschaft hat. ?  Aktives Zuhören, Zusammenfassen der Sichtweisen anderer und „Spiegeln“ einer Aussage, werden intensiv geübt.  

  • Zweiter Teil der Ausbildung:

Die speziellen Vorgehensweisen und Regeln, die bei einem Schlichtungsgespräch zu beachten sind, werden - hauptsächlich in Rollenspielen – trainiert. ?  Die Fragen: „Wie leite ich die Schlichtung ein?“ und „Wie lenke ich das Gespräch, damit es für beide ,Streithähne’ zu einer zufrieden stellenden Lösung kommt?“ werden beantwortet. ?  Allgemeine Regeln von Gesprächs­führung und –verhalten werden in der Ausbildung zum Streitschlichter erarbeitet.      

Zeiten:

Das Schlichten von Streit findet in den großen Pausen im Streitschlichtungsraum statt, zum Teil auch während des Unterrichts (nach Absprache dem Klassen-/Fachlehrer).

 

Dienstplan:

Damit die Schlichter leicht zu erreichen sind, wird ein Dienstplan aufgestellt.
Je zwei Schlichter sind in jeder großen Pause im Streitschlichtungsraum ansprechbar und auch die übrigen ausgebildeten Streitschlichter können auf dem Schulhof helfen, kleinere Konflikte zu klären.

 

Wo ?

Der Schlichtungsraum ist ein störungsfreier Raum mit einer angenehmen Atmosphäre, in dem sich die Kontrahenten zunächst beruhigen und dann mit Hilfe der Schlichter zur Lösung ihres Konflikts gelangen können. Der Streitschlichtungsraum wurde im Jahr 2016 zusammen mit unseren Streitschlichtern komplett neu gestaltet (siehe Abb.: StS-Raum 2016 Neugestaltung).

 

Zertifikat:

Die ausgebildeten Schlichter erhalten zum 10. Jahrgangszeugnis ein Zertifikat.

 

Vorteile:

? Entlastung der Lehrer

? Lernen von Eigenverantwortlichkeit

? „Prima soziales Klima !“

 

 

Man kann ein Problem nur für beide Seiten

zufrieden stellend lösen,

wenn beide bereit sind zusammen zu arbeiten:

In dem Schlichtungsgespräch werden folgende in etwa Punkte besprochen werden:

 

Was ist vorgefallen?  (Konflikt definieren)

Wie kam es dazu? Warum ist das passiert?  (Ursachen klären)

Welche Gefühle hat der Konflikt bei den Beteiligten ausgelöst? (Gefühle artikulieren)

Was erwarten sie und was sind sie bereit zu tun?  (Erwartungen klären)

Wie geht es weiter?  (Lösung suchen)

 

Wichtig:

Ein Konflikt kann nur geschlichtet werden, wenn beide Kontrahenten („Streithähne“) dazu bereit sind. Das Konzept beruht also auf Freiwillig­keit. Es geht nicht darum, Schuld oder Unschuld der Beteiligten fest­zustellen!